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Samstag, 17.06.2006

Raider heißt jetzt Twix


Weil diese ganze verhurte Scheiße hier bei blogg.de, dem dreckigsten Kackanbieter aus der Hölle, nicht mehr vernünftig funktioniert, wird umgezogen. Guten Abend, Deutschland ist tot, und daran ist blogg.de schuld, die beschissenste Rattenscheiße, die je verschissen wurde. Die Zukunft gehört RANZIG @ DANZIG. Noch ranziger, noch danziger als Guten Abend, Deutschland. Viel Spaß. Or else.

Ist das noch Sport? Ein Mob aus elf deutschnationalen Revanchisten übt nach 70 Jahren Rache für Polens Überfall auf den Sender Gleiwitz


Während die WM weiter wütet, arbeitet die Große Verbindung in Berlin fieberhaft daran, unpopuläre Reformen noch schnell durchzukicken, bevor Deutschland rausfliegt und der fußballbewirkte Apolitismus der Bevölkerung nachlässt. Selten gab es so günstige Bedingungen für die antidemokratischen Regierungsparteien ohne Gegenwehr von den ungewaschenen Bevölkerungsanteilen so zu regieren, wie den Lobbyisten der Schnabel gewachsen ist. Steuern hoch, Gesundheit runter, Ausländer raus, Kriminelle nach vorn, Jedem das Seine, und Arbeit macht frei. Solange die zahlende Welt zu Gast bei Geschäftsfreunden ist, nutzt die Regierung die Gelegenheit, den buckligen Cousins, die dauernd hier wohnen, die Suppenration zu kürzen. Auch auf Europaebene, wo man als Politiker sowieso gewohnt ist, die übelste Scheiße loszulassen, ohne dass es bei den Bürgern ankommt, ist man kaum bemüht, sich Propaganda auszudenken, die nicht sofort als solche erkannt werden kann ? die Betroffenen sitzen sowieso vor der Glotze. So umriss der europäische Klassensprecher Jean-Claude Juncker die bevorstehenden europäischen Propagandaprojekte für Madame Kanzler folgendermaßen: ?Wir müssen deutlich machen, dass wir in Europa alle Gewinner sind.? Auch bei der WM gibt es ja nur Gewinner. Sieg Heil.

Freitag, 16.06.2006

Deutschland macht hässlich (Fußball macht dumm)

Samstag, 10.06.2006

Neu im GAD-WM-Shop!

Freitag, 09.06.2006

Vorsicht Antideutsche: Die Faschisten lauern überall...


..., nicht nur bei der Fußball-WM, in Ostdeutschland oder am Hindukusch. Auch in Online-Spielen. Hier die Ergebnisse einer stichprobenartigen Überprüfung in meinem Leib- und Magenonlinespiel EVE-Online:











Donnerstag, 08.06.2006

Number Two and Buck Rivera (the official FIFA World Cup cartoon terrorist posse) say:

Samstag, 03.06.2006

Luftkrieg und Hackfleisch - Trends im Juni


Der Juni 2006 beginnt auf Guten Abend, Deutschland unter dem Motto Luftkrieg und Hackfleisch. Die Analyse des Suchbegriffsaufkommens legt dies nahe. So lässt sich ein Gutteil der Suchanfragen, die auf diese Seite führten, unter diesen zwei Kategorien einordnen:

Trendsport Luftkrieg:

Bomben auf England
eurofighter gegen SU 35
f22 das beste kampfflugzeug der welt


Und im weiteren Sinne:

Barbarian Invasion taktiken

Ganz heißer Scheiß in diesem Monat auch ? das Hackfleisch:

Dönerherstellung
was will die Hackfleischverordnung verhindern
sehr alte drecksau


Ein in diesem Monat untergeordnetes Thema ist der Antisemitismus:

dumme juden
Entnazifizierung


Und möglicherweise:

betonstehlen

Obwohl es hierbei wahrscheinlich eher um Klau am Bau geht (möglicherweise der GAD-Themenschwerpunkt im nächsten Monat).

Unterrepräsentiert ist der Reality- und Lifestyle-Sektor mit nur jeweils einer Suchanfrage zu:

nutten unter sich

Und:

discoflittchen

Die Botschaft ist angekommen.




Donnerstag, 01.06.2006

Was ihc in meinem Somer ferien erlept hab


Verstörendes Aufklärungsmaterial über den Stand der Studentenproteste erreichte mich in Flyerform beim Mittagessen. Das Schriftstück, humoristischerweise im Stil eines Ferienerlebnisberichts aus der sechsten Klasse verfasst, war offenbar angetan, mich über die Besetzung des Univerwaltungsgebäudes durch die studentische revolutionäre Avantgarde zu informieren. Um besonders bildungsbedürftig rüberzukommen ? und so den Protesten zusätzliche Rechtfertigung angedeihen zu lassen ? sparte das Papier keineswegs mit zweifellos planmäßig peinlichen Fehlleistungen. Schon im zweiten Satz wird hoch gepokert:

?Nachdem sich der Uni-Präsident Vulgärius Affengesicht [Name von GAD geändert] weigerte, diesen Beschluss [Resolution gegen Studiengebühren, Anm. d. Übers.] weder zu unterstützen noch in der Öffentlichkeit zu vertreten, besetzten Studierende [?]?

Hoch gepokert wird hier insofern, dass man gleich bei der Exposition des Empörungsdokuments ? scheinbar ? darauf hinweist, dass der Unipräsident sich nicht nicht den Forderungen beugt, sich also den Forderungen beugt. Eine raffinierte Wendung; jedoch darf bezweifelt werden, ob dieser legasthenische Kunstgriff wirklich die beabsichtigte Wirkung erzielt (Mitleid mit dem demnächst wegen Studiengebühren noch weiter in die Unbildung abrutschenden Verfasser), oder nicht vielleicht doch Hohn über den inneren Widerspruch in der Argumentation hervorrufen wird.

Im weiteren Verlauf wechselt die Erzählzeit in einer glaubhaften Imitation des Stils eines zehnjährigen Schulabbrechers, den man zum Verfassen eines Essays zwingt. In einem interessanten Kontrast prallt außerdem Gender-Newspeak auf eine realistisch gespielte Buchstabierschwäche ? besonders beispielhaft in dem Wort: ?ViezepräsidentIn?. Zur Auflockerung tragen Versatzstücke wie ?Am Abend spielt eine Band aus Fulda in der freien Verwaltung? oder ?Die Stimmung der Demonstrierenden ließ sich auch durch den strömenden Regen nicht trüben? bei, die noch deutlicher an Sommerferienberichte gemahnen.

Kurz vor Schluss der dramatische Höhepunkt: ?[?] bis ein Beamter einige Demonstrantinnen aggressiv auf die Seite drängte, wobei ein Demonstrant zu Boden geschlagen wurde. Daraufhin eskalierte die Situation: bei Versuchen, ihm zu Hilfe zu kommen, wurden seitens der Polizei Reizgas, Fäuste und Hunde gegen diese Demonstrierenden eingesetzt.? Ein ironischer Kontrapunkt. Die Polizei setzte also Reizgas, Fäuste und Hunde ein, um einem ?zu Boden geschlagenen? Demonstranten (nicht zu verwechseln mit einem Demonstrierenden oder einem DemonstrantIn) ?zu Hilfe zu kommen?. Das klingt erstmal schlimm. Aber Hilfe ist ja auch was Gutes.

Das Oeuvre endet dann auf einem verstörenden Fragment: ?Nach Auflösung der Demonstration begaben sich noch etwa 40 Demonstrierende zum?. Die Botschaft: Gebt uns Bildung für umsonst, wenn sie auch umsonst ist. Und GAD schließt sich dieser Forderung an: Tüte Deutsch für alle!

Montag, 29.05.2006

9/11 times 1000 - Do the math!


Nach Hartz IV, der Vogelgrippe und dem Eurovision Song Contest rollt eine weitere Naturkatastrophe auf Deutschland zu ? die sogenannte FIFA-WM, eine Landplage, die älteren Mitbürgern auch noch als Fußballweltmeisterschaft bekannt ist. Lagen die Experten bei ihren Warnungen bisher auch manchmal falsch ? wie etwa bei der Vogelgrippe, die niemals die versprochenen Ausmaße angenommen hat ? , so ist diese Warnung absolut ernstzunehmen ? die WM wird kommen, ob es uns gefällt oder nicht. Eigentlich nur oder nicht.



Experten warnen im Zusammenhang mit der WM vor einer Gleichschaltung und Massenverdummung, die zuletzt in den 30er- und 40er-Jahren erreicht wurde, als kleine braune Männchen aus dem Weltall sich die Deutschen mit bewusstseinsverändernden Goebbels-Strahlen gefügig machten und dann Europa in Schutt und Asche legten. Der W5M1-Virus wird von ähnlichen Nationalismussymptomen begleitet; darüber hinaus kommt es schon in Phase eins der Pandemie zu einem irrationalen Konsumschub. Die Opfer geben ihre eigene Persönlichkeit auf und werden zu deindividuierten Doitschland-Zombies, die in der Öffentlichkeit mit schwarzrotgoldenen langen Unterhosen auftreten.



Der Verdacht, dass die WM ein fehlgeschlagenes Experiment der Regierung sei, einen Patriotismus-Virus zu züchten, ist jedoch unbegründet. Von fehlgeschlagen kann keine Rede sein. Fest steht, dass Fähigkeit und Bedürfnis der Betroffenen, am politischen Diskurs teilzunehmen oder ihr Leben überhaupt in die Hand zu nehmen, tiefer sinkt, als man es in einer Demokratie bisher für möglich gehalten hätte. Schluss mit Brot und Spielen also, wo doch Spiele völlig ausreichen.



Im Falle von terroristischen Anschlägen und Hooliganausschreitungen ist übrigens vorgesorgt worden; dafür steht der offizielle WM-Sicherheitssponsor, die Bundeswehr. Sobald eine Atombombe explodiert oder eine Massenschlägerei im Gange ist, werden Einheiten einschreiten, um zu verhindern, dass es so aussieht, als könne man gar nichts dagegen tun. Zuletzt bleibt die Frage, ob ein Leben nach der WM möglich ist. Die Antwort lautet ja. Und in dieser besseren Welt sollen all jene einen privilegierten Platz erhalten, die schon vorher dagegen waren und in Zukunft dafür sorgen, dass uns so was nicht mehr ins Land kommt.

Sonntag, 21.05.2006

Vergleichbare Naturkatastrophen




Die Trendforschung (Google Trends) hat festgestellt, dass sich Internetisten in ungefähr gleichem Maße für Spam und den Braunauer Dämonen interessieren. Der Zukunftstrend zeigt allerdings Zugewinne für Onkel Adolf. Im Vergleich zu Spam (alberner 70er-Jahre-Humor) ist der GröFaZ offenbar mehr trendy.

Deutsch als Fremdsprache, Teil II: Hohn und Spott (Untertitel: Ein Sic(k)ism)


Jemanden der Lächerlichkeit preisgeben heißt sich über jemanden lustig machen, der sich lächerlich macht. Wenn man aber sagt, jemand mache sich über jemanden lächerlich, macht man sich selbst lächerlich und andere machen sich womöglich über einen lustig, denn eine falsche Verwendung dieser Wendung ist doppelt lächerlich, weil man ja gerade vom Lächerlichmachen spricht, womöglich sich sogar über fremde Lächerlichkeit lustig machen will, sich dabei aber selbst der Lächerlichkeit preisgibt. Über solche lächerlichen Gestalten mache ich mich schon vorm Frühstück lustig, weil sie sich selbst lächerlich machen, und so etwas finde ich, den man auch Ogre of Spite nennt, natürlich lachhaft, wenn auch nicht lustig.

Donnerstag, 18.05.2006

Gestern war's


Zehn Uhr: Der Wecker klingelt. Ich rieche und schmecke nach Grillanzünder wegen der Grillparty gestern. Nehme ich an, denn meinen Geruchssinn habe ich in Vietnam verloren, weil ich zuviel Napalm geschnüffelt habe. Ein Flashback versetzt mich zurück in den Kreis meiner Freunde beim Vietcong. Charlie, Charles und ich ? ich nannte mich damals Chuck ? duschten immer in der freien Natur. Ein taubeladenes Palmenblatt ergoss seine prickelnde Last auf unsere sonnengebeizten Leiber. Wir hatten Duschdas; ich weiß nicht mehr, woher. Jetzt habe ich aber keine Zeit zum Duschen wegen?

Elf Uhr: Sozialpsychologie. 80 Prozent von dem, was hier verhandelt wird, kann man in die Tonne treten. Die vorgestellten Theorien sind so wissenschaftlich wie Frauenzeitschriften und behandeln dieselben Inhalte. Ich zitiere Bourdieu: ?[?] sie [die Psychologen] lassen sich [?] bei der Konstruktion und Beschreibung ihres Gegenstandes häufig von den Auffassungs- und Teilungsprinzipien leiten, wie sie in der Umgangssprache enthalten sind. Sei es, daß sie sich bemühen, die in der Sprache zum Ausdruck kommenden Unterschiede ? daß die Männer ?aggressiver? und die Frauen ?ängstlicher? seien ? zu messen, sei es, daß sie umgangssprachliche, also Werturteile enthaltende Ausdrücke zur Beschreibung dieser Unterschiede verwenden.? (aus der Männlichen Herrschaft). Leider traue ich mich wieder nicht, öffentlich Einspruch zu erheben, und so fresse ich meine Enttäuschung inmitten einer Horde kichernder Psychologiestudentinnen in mich hinein.

Mittagessen: Schmeckt gut und ist gesund. Danach Eis.

Ein Uhr: Faschistische Methoden (Theorien?). Wenn ich hier was lerne, dann Hitler zu zeichnen. Eigentlich geht es um Franco, aber ich weiß nicht, wie der aussah. Und Mussolini ist schwer zu zeichnen. Bei einem neugierigen Seitenblick stelle ich fest, dass Grommel immer noch der Schule der langnasigen GröFaZ-Darstellung verhaftet ist. Ich lehne weiterhin die satirische Judaisierung des Führers ab.



Nachmittags: Zuhause erfahre ich, dass einer meiner geschätzten Mitbewohner unter Knochenhautentzündung leidet. Ich verberge mein leises Entsetzen und das Wissen, dass Knochenhautentzündung die wissenschaftliche Bezeichnung für Zombietum ist. Ich esse ein Eis.

Später: Ich treffe ich mich mit meiner kleinen Frau, um Eis zu essen. Das schmeckt gut. Danach Privatleben bis in die Abendstunden. Die eheliche Kommunikation leidet unter zunehmender Schwerhörigkeit der Gatten. So referiere ich eine halbe Stunde über die soziale Wirklichkeit des weiblichen Körpers, nur, um dann zu erfahren, dass meine Frau statt ?Gürtel? ?Bürtel? verstanden hat und deshalb nicht folgen konnte. Dann stellt sich auch noch heraus, dass sie nicht einen ?Kurs? von mir verlangt hatte, sondern einen ?Kuss?. Wir lachen uns das Schmalz aus den Ohren, bis die Laternen gelöscht werden.

Dienstag, 16.05.2006

Toitschland ist Exportweltmeister - Warum ich drauf rotze!


Ich wollte schon immer mal darauf hinweisen, wie sehr ich auf die neoliberalen Durchhalteparolen kacke, die einen baldigen Aufschwung mit Hinweiß auf das bundesdeutsche Exportweltmeistertums Prophezeien.

Nun ja, noch ist davon ja eh nicht viel zu sehen. Aber überlegen wir doch mal einen Moment, warum deutsche Waren offenbar im Ausland so gut ankommen. Gute Qualität möchte man meinen. Bullshit. Jeder weiß, das japanische Autos langlebiger und französische sicherer sind. Die Wahrheit: Deutsche Produkte sind im Ausland billig! Und das hat einen einfachen Grund: In allen anderen G7 Industrienationen sind die Reallöhne in den letzten Jahrzehnten zwischen 10 und 20 Prozent gestiegen, in Deutschland dagegen - inflationsbereinigt - um etwa 1% gesunken.

Der verfickte Exportüberschuss bedeuted also jenseits aller hochtrabenden Ertragswinkelideologie sehr simpel (um nicht zu sagen populistisch) ausgedrückt folgendes: Die hiesigen Arbeitnehmer bauen SUVs für fettärschige Amerikaner, weil die sie sich im Gegensatz zum deutschen Hartz-IV-Subjekten noch leisten können. Da es keine Lohnerhöhungen gibt, landet das Geld in den Händen irgendwelcher Aktionäre. Die legen es dann an attraktiven Finanzplätzen (Wall Street, irgendwer?) wieder an. Hups, da hab ich doch das Dollar-Wall-Street-Regime so erklärt, dass es auch gerade noch auf einen Bierdeckel passen würde.



Mir ist ja klar, dass noch nicht alle ihre Ladung marxistischer Erleuchtung abbekommen haben, aber wie hirnverbrannt muss man sein um nicht zu merken, dass da irgendwas falsch läuft.
Die Fakten sprechen für sich: Die Bundesdeutsche Wirtschaft erzielt jedes Jahr einen neuen Exportrekord. Es läuft so geil, das alleine die 30 DAX-notierten Unternehmen in 2005 22 Milliarden Euro an Dividenden an ihre Aktionäre ausgeschissen haben.
Auf der anderen Seite steigen Arbeitslosigkeit und die Anzahl der 1-Euro/Zeitarbeitssklavenarbeiter genauso wie die Löcher in den öffentlichen Haushalten größer werden.


Was ich sagen will: Der deutsche Exportüberschuss ist kein positiv zu begreifender Sachverhalt, sondern allenfalls ein Gradmesser für die Integration der Bundesdeutschen Ökonomie in den globalen kapitalistischen Ausbeutungszusammenhang. So.

Montag, 15.05.2006

Die Sozialdarwinisten sind auch von schlechten Eltern


Zuletzt wurde allzu häufig von der Christdemagogischen Union als allgemein bösartig und speziell antidemokratisch gesprochen. Wir werden aber von einem ekligen rotbraunen Brei regiert, der sich Große Verbindung nennt, und die Sozialdarwinistische Partei Deutschlands bemüht sich redlich, mit ihren Koalitionspartnern in puncto politischer Pravität (brilliante Alliteration) mitzuhalten. Die menschenverachtende Rhetorik funktioniert schon sehr gut:

Franz Münteferings sozialdarwinistische Definition des Sozialstaats (in Zukunft: Egalstaats): "Nur wer arbeitet, soll auch essen."

Von Müntefering kennt man ja nichts anderes als kurze, prägnante Fehlleistungen; Peer Steinbrück steht dagegen für differenzierte Hasstheoreme: "Soziale Gerechtigkeit muss künftig heißen, eine Politik für jene zu machen, die etwas für die Zukunft unseres Landes tun: die lernen und sich qualifizieren, die arbeiten, die Kinder bekommen und erziehen, die etwas unternehmen und Arbeitsplätze schaffen, kurzum, die Leistung für sich und unsere Gesellschaft erbringen. Um die ? und nur um sie ? muss sich Politik kümmern." (Beide Zitate via Hartz4all)

Da lässt die SPD die CDU doch glatt links (ja, links!) liegen. Sozial ist zwar, was Arbeit schafft (das kommt ja irgendwie noch den Lohnarbeitern zugute), aber sozial gerecht ist es nur genau denen zu helfen, die keine Hilfe nötig haben. Für die Opfer ihrer marodierenden Sozialpolitik hingegen hat die SPD nur Verachtung übrig.



Aldous Yevgenyivich Orwell, politischer Analyst von Guten Abend, Deutschland, kann das noch pointierter ausdrücken: Poverty is wealth. Power is justice. Socialism is capitalism. Ins Parteiprogramm mit diesem heißen Scheiß!

Also nicht vergessen: CDU scheiße, SPD aber auch.

Samstag, 13.05.2006

Gestern und ich


Neun Uhr: Die amerikanische Literaturwissenschaft stellt fest: Poe war Trinker, wie alle Titanen.

Elf Uhr: Antike Philosophie. Entsetzen macht sich breit, da ich sämtliche Grundbegriffe meines Alltagsdiskurses offenbar falsch betone: Aristophanes, Ataraxia, Kepos etc. Ja, auch etc.! Ne, Quatsch.

13 Uhr: Die Revolution bricht los, ohne dass ich was Vernünftiges zu Mittag gegessen hätte. Zweitausendfünfhunderte Studenten marschieren umher, um sich gegen Studiengebühren zu immunisieren. In den Augen der jungen Leute spiegelt sich Begeisterung und Deindividuation. Ihre Sache muss schon deshalb siegen, weil sie auf sicherem theoretischen Fundament steht: Eigeninteresse und Partygesinnung. Die Demonstranten zeigten schon zuvor, wie ernst es ihnen ist, als sie die vierspurige B3 unter Inkaufnahme von Todesopfern durch Auffahrunfälle blockierten. Die Kraftfahrzeugführer solidarisierten sich.



Die abgedroschenen Sprüche der revolutionären Schwungmasse skandiere ich nicht mit, weil sie mich erröten machen. ?Bildung für alle und zwar umsonst? und ?Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut? deuten einmal zu sehr auf die Vergeblichkeit (?umsonst?) des Lehrbetriebs hin und führen die laute Verhaltensauffälligkeit der Studenten auf mangelnde Bildung zurück (?weil man uns die Bildung klaut?) ? ein performativer Widerspruch. Zwischendrin wird meiner Frau und mir soviel Demokratie fad, und wir gehen was wegnaschen.

Gegen Abend: Abklingende Proteste lassen Raum für eine Reflexion der Geschehnisse in gelockerter Atmosphäre. Während meine Frau Zuflucht im Weine sucht, blicke ich gen Himmel, wo immer noch Polizeihubschrauber kreisen. Ist das alles hier vielleicht bald zu Ende?

Mittwoch, 10.05.2006

Entnazifizierung gerät ins Stocken - Christdemagogen befürchten Gleichstellungsholocaust


Der letzte planmäßige Schritt zur Entnazifizierung Deutschlands ist ein gestolperter: den noch rot-grünen Vorstellungen eines Gesetzes zum Schutz vor Diskriminierung hält die Union einen Entwurf zum Schutz der Diskriminierung entgegen. Bekanntlich muss man ja in Deutschland einem ausländischen Teufel, einem islamistischen Satansjünger oder einer Scheißschwuchtel nichts verkaufen bzw. keinen Job geben, wenn einem deren Gesichter nicht gefallen. Jeder Westentaschen-Ökonom weiß, dass unser Wirtschaftssystem (welches das beste und einzige der Welt ist) sofort zusammenbrechen und ein gottloser Bolschewismus alle Kinder aufessen würde, wenn es gesetzliche Handhabe zur Gleichstellung etwa von lesbischen schwarzen Behinderten gäbe. Jetzt sagen Sie nicht, die gibt es schon. Das haben Sie dann wahrscheinlich irgendwo nachgeschlagen, aber ums Nachschlagen geht?s hier nicht, sondern ums Nachtreten. Grundsätzlich gilt bei den Christdemagogen die Formel Gerechtigkeit = Bürokratie = schlecht, und das bedeutet, wer alt ist und im Rollstuhl sitzt, wird es schon verdient haben, und wer schwul ist, hat sich selbst aus der Gesellschaft mit Vorsatz und in böser Absicht ausgeschlossen. Das muss diesen Leuten bewusst werden!

Die CDU ist eine Partei der Mäßigung: Demokratie, ja, aber in Maßen. Antidiskriminierung, ja, aber keine Übererfüllung von EU-Richtlinien. Man kann das auch alles übertreiben. Gerechtigkeit wäre schon, ja, aber wer soll das bezahlen? Man kann doch nicht etwa die Unternehmen zwingen, Gleichstellungsbeauftragte zu nominieren; die Unternehmen leiden ja gerade unter dem Antidiskriminierungsdruck, müssen Leute einstellen, die die moralischen Überzeugungen doitschen Arbeitsgemüses herausfordern ? Schwule, Juden, Frauen. Homosexuelle Kopftuchterroristen gefährden den Standort Deutschland. Und um den geht?s doch. Jedenfalls nicht um die Menschen. Wenn plötzlich jeder seine Rechte einfordert, leidet die Leitkultur. Und das ist nun mal alles, was die CDU noch hat.


Samstag, 06.05.2006

Ich und der Tag


Im Morgengrauen: In fremdem Bett aufgewacht. Nach anfänglichem Schock Wiedererkennen der Köhlerskate meiner langjährigen Ehefrau. Aufkommende Euphorie wird durch die Tatsache gebremst, dass sie noch schläft. Auch mehrmaliges Auf- und Abhüpfen auf ihrem Bauch stört ihren Schlummer nicht. Quälende Langeweile bis zum Frühstück.

10 Uhr: Zwangsarbeit in den Papierminen. Sekunden werden zu Minuten, die wiederum zu Viertelstunden werden. Dann ist aber um halb zwölf auch schon Feierabend. Vorarbeiterin Sabine ist guter Stimmung; sie heiratet nächstes Wochenende. Glückwunsch!



Nachmittag: Reflexion des gestrigen Films. Wer war das braune Bunny? Wie konnte der Hauptdarsteller sich selbst filmen? Der Kulturbetrieb hängt mir langsam zum Hals raus. Morgen kündige ich das Abo des ?Kulturimperialisten?. Dann: Ich schmähe Wissenschaftsminister Corts, die alte Drecksau. Wenn ich?s nicht tu, wer dann?

Gegen sechs: Grommel ruft an, weil?s ja nix kostet. Großes Hallo. Obwohl tausende Kilometer voneinander entfernt haben wir fast gleichzeitig geleitartikelt! Feierlicher Umtrunk scheitert an mangelnder Gesellschaft und meiner Alkoholallergie. Die Abendgestaltung liegt weiterhin im Dunkeln. Wo sind eigentlich diese elenden Büttel, die wir zu unserer Belustigung angestellt haben?

Das Studium an hessischen Hochschulen wird bald nicht nur weiter schlechter, sondern jetzt auch teurer - Wissenschaftsminister mit komischem Namen will allen Ruhm für sich


Studiengebühren endlich auch in Hessen! Das Erfolgsmodell des Studiums nur für Reiche muss, so Entscheidungsträger Udo Corts, hessischer Kapitalbildungsminister, auch in Hessen eingeführt werden, da eine schlechte Politik laut christdemagogischer Sachzwanglogik dadurch gut wird, dass man sie überall durchprügelt. Wenn Hessen keine Studiengebühren verlangte, würden bildungsgierige Sozialschmarotzer aus anderen Bundesländern die hessischen Universitäten vollpfropfen und gratis lernen. Bei der Bildung kennt Cotz keinen Spaß ? da zögert er auch nicht, denen, die schwarzstudieren wollen, eiskalt eine Abfuhr zu erteilen. Die neue Richtung in der Bildungspolitik ist klar: Verringerung der Studentenzahlen durch Zugangsbeschränkung auf Basis des Vermögens der Eltern.



Scherzhaft und mit einem liebenswerten Spritzer menschenverachtenden Hohns verlautbarte Corpse in einer Pressemitteilung seines Ministeriums, dass Regelungen geschaffen würden, so ?dass niemand aus wirtschaftlichen Gründen an der Aufnahme eines Studiums oder an seinem erfolgreichen Abschluss gehindert wird?. Zu diesem Behufe sollen den Studenten Darlehen zuteil werden, die am Ende des Studiums bequem aus Banküberfällen oder dem Vermögen der Eltern bezahlt werden können. Denkbar wären sicher auch Modelle der Leibeigenschaft für insolventes unwertes Leben.

Als langfristiges Ziel nennt Schmudo Cotz mit einem Augenzwinkern die Verbesserung der Lehre. Die Disziplinen der Voodoo-Ökonomie und der Schwarzen Mathematik scheinen ihm rechtzugeben: Bildet man einen Quotienten aus Prokopf-Budget durch Anzahl der Studenten, erzielt man im Ergebnis einen höheren Bildungsqualitätsbeiwert, wenn das Budget auf möglichst wenige Studenten verteilt wird ? ein Maximalwert würde durch eine Reduktion der Studentenzahlen auf einen pro Semester erreicht. Für Betreuung dieses arischen Superstudenten stünden dann 1,2 Milliarden Euro köstlichen Hochschulbudgets zur Verfügung ? die Studiengebühren noch nicht mitgerechnet. Das hessische Kabinett müsste sich absprechen, welcher Minister den Filius im jeweils aktuellen Semester immatrikulieren dürfte ? für Studentinnen liegen derweil keine Rechnungsmodelle vor. Denkbar wäre aber die Umwandlung des linken Nests Marburg in eine Roland-Koch-und-Back-Hauswirtschaftshochschule. Jedenfalls stünde der Politik durch die Festsetzung von Studiengebühren eine adäquate Stellschraube für den Hochschulzugang zur Verfügung, die bislang in einer Demokratie merkwürdig verpönt erschien. Kinder aus ohnehin bildungsfernen Schichten dürften sich kaum noch in die Universität verlaufen und bekämen so weniger Falten vom Nachdenken.

Die neue Bildungspolitik bekennt sich zum Trend der Kapitulation des Eigeninteresses am Studium und der persönlichen Emanzipation bei den Studenten. Konservative Eliten müssen in Zukunft nicht mehr fürchten, dass ihre Sprösslinge mit irgendwelchen auch nur sozialdemokratischen Flausen im Kopf von der Uni in die elterliche Karriereklüngelfabrik zurückkehrten. Gebührenpflichtige und durchmodularisierte Studiengänge, die auf einen Willen zur Bildung seitens des zu Studierenden komplett verzichten können, setzen Leistungszwang und finanziellen Druck an die Stelle emanzipativer Wissenschaft. Ein kerniges preußisches Vollkornstudium bringt offensichtlich nur blässliche und schwachbrüstige Streber hervor wie Kant und Adorno und ist somit wenig zukunftstauglich. Wissen und Kritik werden nicht mehr von Akademikern erwartet, sondern ein sozialverträgliches Frühabsterben des Gehirns. Der Bolognese-Student der Zukunft wird in Permanenz betreut, überwacht, geprüft und angepasst. Zum Glück ist sein Abschluss international vergleichbar, d.h. genau so schlecht wie ein angelsächsischer, Hauptsache aber vergleichbar. Was macht man eigentlich mit so einem Abschluss? Dazu Sado Clops: ?Die im Durchschnitt höheren Einkommen von Akademikern und ihre statistisch signifikant geringere Arbeitslosigkeit rechtfertigen es, Beiträge für die Inanspruchnahme der Leistungen der Hochschulen zu erheben.? Heißt bersetzt: Die Anzahl der Arbeitssuchenden mit einem Hochschulabschluss muss gesenkt werden, damit meine, Udolf Clotsens, Kinder auf jeden Fall einen geilen Job kriegen.

Diesem perfiden Plan steht nur noch die hessische Verfassung im Wege, die festlegt, dass das Studium an Hochschulen unentgeltlich zu sein hat. Allerdings sieht Artikel 59, Satz 4 vor, dass eine Gebühr erhoben werden kann, ?wenn die wirtschaftliche Lage des Schülers, seiner Eltern oder der sonst Unterhaltspflichtigen es gestattet?. Dadurch, dass man für das großzügige Darlehen, welches Cropf ausgetüftelt hat, keine Sicherheiten leisten muss, ist natürlich jeder erstmal in der Lage durch Verpfändung seiner Zukunft (oder das Verkaufen der eigenen Beine nach China) an den notwendigen coolen Cash zu kommen. Wenn man dann gegen 40 endlich beginnt Geld zu verdienen, sollte man aber schleunigst was fürs Altenteil zurücklegen ? sonst kommt nach 65 (67, 70?) nichts mehr nach.

Wenn der feine Herr Wissenschaftsminister nicht mit so viel Hohn und Verachtung für menschliches Leben seine dreckigen Lügen vortragen würde, könnte ich mich mit ihm irgendwo zwischen gebührenfreiem Erststudium (das vertrat er noch vor kurzem) und einer wörtlich genommenen Verfassung (Studiengebühren für Besserverdienende) treffen. So treibt er mich leider in die fundamentalistische Trotzreaktion. Wer weiß, was ihm noch so ins Hirn rieselt, wenn man ihn bei den Studiengebühren gewähren lässt. Daher: keine Studiengebühren zur Finanzierung alberner Bologna-Projekte, keine Darlehen zur Schuldturmisierung der Bildungsberechtigten, keine Unterstützung für Buhdo Forts!

Eilmeldung: Nach Eklat über Bananenpanzerrichtlinie 537§e - EU löst sich auf



Heute Nachmittag scheiterte mit dem Projekt zur "Förderung des Richtlinienbananentransports" und dem Initiativantrag zur "Unsinnigen Subvention nationaler schwerer Landsystemtechnologie" die Europäische Union.



Statt wie geplant Überproduzierte Agrarprodukte samt speziell umgerüsteten, überzuproduzierten Krauss-Maffei Lastpanzern in die Brüsseler Milchseen zu kippen, wird die Beschäftigung des Militärisch-Industriellen Komplexes wohl nun EU-weit mit einzelstaatlichen Förderprogrammen für abartige Kunst verknüpft. Ein Holocaustgedenkhaubitzenschießen ist für den 8. Mai geplant, so die Bundesregierung in einer ersten Stellungnahme.



Sonntag, 30.04.2006

Deutsch als Fremdsprache, Teil I: Schein und Sein


Deutsch wird immer mehr Deutschen zur Fremdsprache. Das hat nichts mit Immigration zu tun, sondern eher mit Bayern, das gleich nach der Rechtschreibreform die schwersten Verbrechen an der deutschen Sprache zu verantworten hat. Guten Abend, Deutschland lädt deshalb zur Deutschstunde. Heute: Schein und Sein.

Die größten Probleme der Sprachverrohung entstehen durch das Wegfallen von bedeutungstragenden Unterscheidungen. Dieses Phänomen ist nach meinem Lieblingslinguisten, George Orwell, deshalb so prekär, weil es die Ausdrucksfähigkeit und letztlich auch die geistige Trennschärfe des Sprechers einschränkt. Nicht nur die deutsche Sprache als Äußeres verarmt dadurch, sondern auch die Fähigkeit zu systematischem Denken leidet. Das Problem verschärft sich überdies fortlaufend selbst, da ein Diskurs über die Unterscheidungen nicht mehr stattfinden kann, wenn ebendiese bereits aufgegeben wurden.

In großer Ausbreitung zu beobachten ist zum Beispiel das Ineinanderwerfen von scheinbar und anscheinend. Häufig wird nur noch scheinbar verwendet, aber in der Bedeutung von anscheinend. Das führt zu absurden Ergebnissen, weil die Bedeutung in gewisser Hinsicht gegenteilig ist. Sprecher (und Schreiber) drücken also das Gegenteil davon aus, was sie eigentlich sagen wollen (zumindest solange, wie irgendjemand unter den Zuhörern und Lesern noch die Unterscheidung macht. Sobald dies nicht mehr der Fall ist, wird die sterbliche Hülse des eigentlichen scheinbar auf ewig als etwas anderes benutzt werden ? lexikalische Leichenschändung.)



Scheinbar und anscheinend haben sogar einen gemeinsamen Bedeutungskern ? sie besagen, dass etwas den Anschein hat. Scheinbar sagt aber zusätzlich aus, dass dieser Anschein nur als Anschein, zum Schein also, besteht und folglich trügt. Der Stern veröffentlichte also anscheinend und scheinbar Hitlers Tagebücher, aber der zweite Ausdruck sagt noch mehr aus, nämlich, dass es sich um eine Fälschung handelte. Anscheinend ist der zurückhaltendere Ausdruck und sagt nur etwas über einen Schein aus, während scheinbar zusätzlich eine Behauptung über das Sein aufstellt. Scheinbar negiert somit eine Proposition und wirkt wie ein Negationspartikel.

Warum spielt das eine Rolle? Weil wir als Menschen unsere Welt über den Diskurs etablieren. Das Menschsein ist sprachlich verfasst (Tiere kommunizieren höchstens). Sprache, die unbewusst produziert wird, enthält eine ganze Kulturgeschichte von "Visionen" und "Divisionen" (Bourdieu). Der Sprecher verwendet immer Versatzstücke aus Gedankengebäuden, die nicht seine eigenen sein müssen, er spricht unauthentisch. Das Bewusstsein dieser Tatsache sollte aber keinen Kulturpessimismus befördern, sondern eine begriffskritische Grundhaltung. Das bedeutet zunächst, dass man seine Begriffe halbwegs in Ordnung halten sollte, in der Hinsicht, dass man weiß, wovon man spricht.

Sprachimperialismus existiert nicht nur zwischen Sprachen, sondern vor allem zwischen Sprechern. Die objektive imperialistische Sprechweise, die eine sprachliche Unterscheidung (womöglich planmäßig) unterdrückt, raubt dem subjektiven Sprecher authentische Zugangsmöglichkeiten zur Welt. Das hat Orwell eindrucksvoll gezeigt, indem er - unter anderem - den Staat ignorance mit strength gleichsetzen ließ. Die Stärke, die aus der Ignoranz der Subjekte erwächst, steht im Dienste der objektiven Realität, in diesem Falle des Staates. Wenn dieser Staat in einem zweiten Schritt in der Lage ist, auch den Unterdrückten einzuschädeln, dass Ignoranz Stärke bedeutet (oder, normativ gespiegelt, dass seine ignoranzbasierte Stärke eine beförderungswerte ist), herrscht er über die grundlegendste soziale Lebensäußerung des Menschen, die Sprache.

Die begriffliche Gleichschaltung von Krieg und Frieden (auch schon bei Orwell) ist zum Beispiel in den USA weit fortgeschritten. Die Phrase "Frieden durch Krieg" wird von vielen als Realsatire bezeichnet. Tatsache ist jedoch, dass genug Leute den Denkschritt, der hier zugrundeliegt, mitmachen und mitmachen wollen, d.h. dass er sich durchsetzt. Realsatire zeigt eine Interferenz zwischen Sprechern an, die eine bestimmte Unterscheidung (noch) machen, und solchen, die das nicht (mehr) tun.